

Abgeordnete stellen unter den politischen Eliten eine zentrale Gruppe: direkt vom Wähler legitimiert sind sie wichtige, beständig unter öffentlicher Beobachtung stehende Akteure der repräsentativen Demokratie. Das Forschungsprojekt untersucht, wie sich die Rekrutierungsmuster, die Karrierewege und die politischen Orientierungen von ost- und westdeutschen Abgeordneten (in Bundestag, Landesparlamenten und dem Europäischen Parlament) seit der Vereinigung entwickelt haben. Unter der Leitfrage der Elitenkonvergenz geht es darüber hinaus um die Einbettung der deutschen Befunde in die europäisch vergleichende Abgeordnetenforschung.
Die Analysen stützen sich zum einen auf eine biografische Datenbank mit Angaben zum beruflichen und politischen Werdegang der Parlamentarier. Zum anderen basieren sie auf den beiden größten Abgeordnetenbefragungen, die bislang in Deutschland realisiert wurden. Im Rahmen der Deutschen Abgeordnetenbefragung sind 2003 mehr als 950, 2007 mehr als 1.200 Interviews mit deutschen Mandatsträgern geführt worden. Darüber hinaus wurden insgesamt etwa 800 frühere Abgeordnete nach ihren Erfahrungen im Parlament und ihrer politischen und beruflichen Tätigkeit nach Ende des Mandats befragt.